Ungeheuers schon Nadler bevor sie nach Durlach gingen
Bisher wurde immer angenommen, dass die Mitglieder der Familie Ungeheuer ihr Handwerk in Durlach erlernten. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sie das Handwerk schon kannten, bevor sie nach Durlach kamen.
Bei der Suche nach ihrer möglichen Lehrwerkstatt konnten wir nachvollziehen, um welche es sich gehandelt haben muss. Denn 1765 wurde in Durlach von dem Franzosen Jean-Baptiste Raynier aus dem Languedoc, aus dem auch der mit Anna von Reiffenberg verheiratete Marquis Jean-Claude François de Villeneuve stammte, eine Nadelfabrik gegründet. Diese Fabrik existierte bis etwa 1789/1790. Laut einer Konzessions-Akte führte diese später Johann Christoph Eppelin aus Schwabach weiter. Hierzu ist wichtig zu wissen, dass in Deutschland Schwabach und Iserlohn "Mekkas" der Nähnadelfabrikation war. Die Ungeheuers waren laut Familienchronik auch in Iserlohn, um dort zu arbeiten und/oder sich Fachwissen anzueignen.
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Anmerkungen zu "Hoffnung für das Mühlbachhaus"
In der Taunus-Zeitung vom 9. Januar 2025 wird im Artikel "Hoffnung für das Mühlbachhaus" der Vorsitzende des "Geschichtsverein Reifenberg" wie folgt zitiert: "... Kärtner signalisiert, dass aus Spenden von Niederreifenberger Bürgern und von weiteren für die Ortsgeschichte Engagierten eine Summe in Höhe von 10.000 Euro zu erwarten ist."
Zum Hintergrund: Im Januar 2024 wurde unter den dreißig Mitgliedern des Geschichtsverein Reifenberg eine interne Umfrage durchgeführt, um sich ein Bild machen zu können, welche Spendenbereitschaft für das Nadlerhaus vereinsintern vorhanden wäre. Das Ergebnis dieser Abfrage belief sich auf mindestens €9.430. Das Umfrageergebnis wurde allerdings nicht veröffentlicht, sondern nur der Gemeinde als Stimmungsbild für interne Zwecke mitgeteilt. Eine Veröffentlichung der Zahlen ist grundlegend natürlich kein Problem, da es aus unserer Sicht nur zeigt, dass bereits ein kleiner Verein innerhalb seiner Mitglieder eine respektable Summe für ein wichtiges Denkmalschutzprojekt sammeln und damit auch ein positives Signal bei den Bürgern setzen könnte.
Aus unserer Sicht ist bezüglich des Artikels anzumerken, dass hiermit deshalb natürlich nicht die gesamte Spendenbereitschaft von Niederreifenberger Bürgern oder Geschichtsinteressierten dargestellt wurde, sondern "nur" eine vereinsinterne Abfrage unter unseren Mitgliedern.
Konzept-Vorschlag "Erinnerungstafeln Feldbergrennen" wird mit €1300 gefördert
Die Feldbergrennen, die zwischen 1950 und 1954 mit bis zu 200.000 Besuchern in und um Reifenberg stattfanden, geraten leider immer mehr in Vergessenheit, unter anderem auch, da kaum noch Zeitzeugen der Ereignisse von damals zu finden sind. Der "Geschichtsverein Reifenberg" hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, eine Erinnerungskultur an die Feldbergrennen zu schaffen, um an die großartigen Ereignisse der frühen 1950er Jahre sichtbar zu erinnern.
Auch wenn Rennsport heutzutage ein gewisser Antagonismus zum Bestreben nach Natur und Ruhe zu sein scheint, so kann man nicht leugnen, dass von solchen Motorsportveranstaltungen bei sehr vielen Menschen immer noch eine große Faszination ausgeht. Dass Veranstaltungen in einer solchen Größe in Reifenberg stattgefunden haben, erscheint vielen heutzutage fast nicht vorstellbar. Die wenigen, noch lebenden Zeitzeugen lassen in ihren Schilderungen jedoch erahnen, wie grandios die damaligen Veranstaltungen gewesen sein müssen. Fotos aus der Zeit lassen uns zumindest einen Einblick in die Zeit gewinnen und erahnen, warum sie so beeindruckend war. Damit die Faszination dieser Zeit auch heutigen und späteren Generation in einem angemessenen Maße gedanklich erhalten bleibt, setzt sich der "Geschichtsverein Reifenberg" für den Aufbau einer Erinnerungskultur ein.
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Der kleinste Mensch der Welt - Aus Oberreifenberg
1995 berichtete erstmals Axel Zigan in seiner Lokalpublikation "Der Ausscheller" über August Clemens Müller, der im Alter von 4 Jahren nicht mehr weiterwuchs und damals in Zeitungen als der "kleinste Mensch der Welt" bezeichnet wurde.
Der Bericht im "Ausscheller" animierte damals zu weiteren Forschungen, die bereits in der nächsten Ausgabe nachzulesen waren. So fand Norbert Marx vom "Geschichtsverein Hochtaunus" einige Zeitungsartikel, die mehr Informationen über ihn preisgaben.
Am 28. Juni 1886 berichtete eine Zeitung, dass der "17 jährige Zwerg" aus Oberreifenberg bei 71cm nur ein Gewicht von 23 Pfund hat. Er wurde als "General Winzig" oder als "Prinz Kolibri" bezeichnet und war, bis auf seine Kleinwüchsigkeit, von normaler Statur. Er lebte demnach in Wien. Am 4. Januar 1887 meldete eine Zeitung, dass er sich in München aus Liebeskummer um eine "Prinzessin Fingerhut" umgebracht hätte. Die Meldung war allerdings frei erfunden, da seine Mutter sich 4 Tage später dazu äußerte. Sie sagte zudem, dass er in Bochum lebe. Aus einem anderen Schreiben ist bekannt, dass er eine Zeitlang Kontakte zur rumänischen Königin hatte.
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Feldbergrennen: Vortrag und Eröffnung des "Rennstübchen"
Der "Geschichtsverein Reifenberg e.V." hat im Oberreifenberger Ortsarchiv (Pfarrhaus, Schulstraße 1) eine kleine Dauerausstellung eingerichtet, in der sowohl an die Geschichte, als auch an die Protagonisten der „Feldbergrennen“ der Jahre 1950 bis 1954 erinnert wird.
Am Samstag, dem 16. November 2024, 13 Uhr, wird der Öffentlichkeit das neu gestaltete „Feldbergrennen-Stübchen“ des „Geschichtsverein Reifenberg“ präsentiert.
Interessierten Besuchern wird zudem im Besucherraum auf 30 Sitzplätzen ermöglicht, die per Beamer auf die Leinwand projizierten, großformatigen Fotos der ehemals durchgeführten Rennen zu genießen.
Original Memorabilia, werden in Vitrinen und an den Wänden gezeigt. Diese stammen sowohl aus dem Besitz des „Motorsportclub Feldberg“, als auch des Ortsarchivs des „Geschichtsverein Reifenberg“.
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Neuerscheinung: "Porträts von zehn Mitgliedern des Hauses Waldbott von Bassenheim"
Der "Geschichtsverein Reifenberg" möchte Lesern geschichtlicher Literatur auf eine interessante Neuerscheinung hinweisen. Im Plejaden-Verlag erschien erst vor wenigen Tagen das Heft: "Porträts von zehn Mitgliedern des Hauses Waldbott von Bassenheim". Geschrieben wurde es vom Gründer des "Geschichtsverein Hochtaunus", Dr. Heinz-Peter Mielke, und von Dr. Cord-Michael Sander, der seines Zeichens Leiter des "Martinus Museum" in Bassenheim ist. Das 30-seitige Heft betrachtet die Lebensporträts von zehn Mitgliedern der Familie "Waldbott von Bassenheim", die von der Familie der Herren von Reiffenberg und Reifenbergs Geschichte kaum zu trennen sind.
Zum Hintergrund der Verbindung der Bassenheimer zu Reifenberg: Philipp Ludwig von Reiffenbergs Schwester, Anna Walpurga (*1624, †1651), verehelichte sich 1641 mit Johann Lothar Waldbott von Bassenheim (*1615, †1667). Dessen Söhne Franz Emmerich Wilhelm (*1643, †1720) und sein Bruder, der Mainz Domherr Casimir Adolf (*1642, †1729), hatten gravierenden Einfluss auf die Geschichte Reifenbergs, nachdem sie das Erbe Philipp Ludwigs vom Erzbistum Mainz gegen eine umfangreiche Auszahlung zugesprochen bekommen hatten.
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Reifenbergs Dorf- und Gerichtslinden
In nahezu jedem Dorf gab es früher eine Dorflinde. Diese galt als zentraler Treffpunkt zum Austausch von Nachrichten. Oft war sie auch Gerichtsstätte der jeweiligen Herrschaft, was sich aus der germanischen Tradition der Gerichtsversammlung, des "Thing" oder "Ding", entwickelt hatte. Der Thingplatz hingegen wurde später auch als "Malstatt" bezeichnet. Diese Begriffe sind auch noch von den Treffen der Märker der Hohen Mark bekannt.
Diese Linden nannte man daher meist Gerichtslinden.
Hinrichtungen und Gerichtsverhandlungen fanden jedoch häufig an unterschiedlichen Orten statt. Der Richtplatz lag oftmals außerhalb des Ortes, wie beispielsweise auch der Arnoldshainer Galgen, mit dem heutigen Flurnamen "Galgenfeld", der mitten zwischen Arnoldshain und Oberreifenberg liegt.
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